GOVERNANCE IN ÄSTHETISCHER MEDIZIN

05 Lesekapitel · 14 Originalseiten

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MEDIZINISCHE GOVERNANCE NACH DEM PRINZIP EINES AUFSICHTSRATS

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Vertrauen verdient eine Struktur.

Ein heller medizinischer Informationsraum und ein davon getrennter dunkler Prüfraum

Orientierung und Einzelfallprüfung bleiben getrennt.

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Kapitel 1 / 5: Governance schützt die Entscheidungsgrundlage.

01 · VERTRAUEN UND GOVERNANCE01 / 05
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01 · VERTRAUEN UND GOVERNANCE · ORIGINALSEITEN 01–03

Governance schützt die Entscheidungsgrundlage.

VISUELLE ZUSAMMENFASSUNG · 01 / 05 · KAPITEL 01–02

Eine Empfehlung entsteht aus einer operativen Perspektive.

Technik, operatives Konzept, klinische Struktur und Erfahrung prägen den Vorschlag; sie ersetzen keine unabhängige Gegenprüfung.

OPERATIVE PERSPEKTIVE

Vier Faktoren prägen den Vorschlag.

  1. Technik prägt die Verfahrenswahl

  2. Operatives Konzept prägt Planung und Begründung

  3. Klinische Struktur prägt die praktische Durchführbarkeit

  4. Erfahrung prägt die Gewichtung von Alternativen

ENTSCHEIDUNGSHOHEIT

Der Principal entscheidet.
Die behandelnde Seite beurteilt Verfahren aus ihrer operativen Perspektive. Eine unabhängige medizinische Aufsicht prüft die Entscheidungsgrundlage; der Principal behält die Entscheidungshoheit.
01
Historischer Sitzungssaal als Motiv für medizinische Governance
02

Bei einer ästhetischen Behandlung entsteht eine besondere Informations- und Entscheidungsstruktur. Der behandelnde Arzt untersucht den Patienten, entwickelt das Behandlungskonzept, erläutert dessen Vorteile und Risiken, begründet die Auswahl des Verfahrens und führt die Behandlung gegebenenfalls selbst durch. Dieselbe fachliche Seite entwirft damit den Vorschlag, erklärt seine medizinische Logik und setzt ihn anschließend um. Das entspricht dem üblichen Ablauf medizinischer Versorgung. Für den Principal bedeutet es jedoch, dass er eine Entscheidung von erheblicher persönlicher Bedeutung auf der Grundlage von Informationen treffen muss, die überwiegend von der später ausführenden Seite ausgewählt, eingeordnet und vermittelt werden.

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ENTSCHEIDUNGSÜBERSICHT · VIER PRÄGENDE PERSPEKTIVEN

VERFAHREN

Welche Techniken prägen die vorgeschlagene Lösung?

OPERATIVE LOGIK

Welche Konzepte und Annahmen bestimmen das Vorgehen?

KLINISCHES SYSTEM

Welche Strukturen tragen Sicherheit und Komplikationsfähigkeit?

ERFAHRUNG

Wie beeinflusst die eigene Praxis die Bewertung von Alternativen?

VERTIEFUNG

Legitime Perspektive. Noch keine unabhängige Entscheidungsgrundlage.

Gerade gute Governance entsteht nicht aus Misstrauen, sondern aus der Einsicht, dass operative Verantwortung und unabhängige Kontrolle unterschiedliche Aufgaben sind. Ein Arzt kann hervorragend qualifiziert, aufrichtig und erfahren sein und dennoch ein Verfahren zwangsläufig aus seiner eigenen fachlichen Perspektive beurteilen. Er arbeitet mit bestimmten Techniken, bevorzugt bestimmte operative Konzepte, verfügt über konkrete klinische Strukturen und bewertet Alternativen vor dem Hintergrund seiner eigenen Erfahrung. Das ist legitim. Es ersetzt jedoch nicht die unabhängige Prüfung der Frage, ob genau dieses Vorgehen, in dieser Einrichtung, durch diesen Behandler und unter diesen Bedingungen die bestmögliche Entscheidung für den Principal darstellt.